Lehren und Lernen am Polarkreis

(Patrik Eckert) Ein Erasmus+ Projekt zwischen der Georg-August-Zinn-Schule in Reichelsheim/Odenwald und dem Oberstufengymnasium Kuusamon Lukio im finnischen Kuusamo entsteht – Lehrerinnen und Lehrer beider Schulen lernen gemeinsam am Polarkreis, während sich Schülerinnen und Schüler beider Schulen über das jeweils andere Schulsystem austauschen und parallel dazu ein Praktikum absolvieren.

Schulen in Reichelsheim und Kuusamo gehen gemeinsame Wege

Der Unterschied zwischen den Schulsystemen in Finnland und Deutschland, aber auch die Gemeinsamkeiten sind spannend zu untersuchen und festzustellen. Und natürlich sind Land und Natur ganz nah am Polarkreis bemerkenswert und einfach schön.“ So Schulleiterin Kirsten Gebhard-Albrecht am Rande eines der vielen Gespräche mit Kolleginnen und Kollegen im finnischen Kuusamo. Mit dem Koordinator für das Auslandspraktikum und des Erasmus+ Projekts, Patrick Eckert, war die Direktorin in Lappland, um dort das gemeinsame Projekt zwischen der Georg-August-Zinn-Schule und dem Kuusamon Lukio zu starten. Neben Jobshadowing bei der dortigen Schulleitung und Hospitationen im Unterricht stand deshalb auch Planung und Organisation des Erasmus+ Projektes auf dem Stundenplan. Dieses soll die beiden Schulen bei der Entwicklung eines Systems zum „Qualitätsmanagement für internationale Projekte“ unterstützen, um während und nach den verschiedenen Auslandsaufenthalten gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern sowie ihren Eltern den jeweiligen Aufenthalt im anderen Land zu evaluieren.

Schuldirektor Tomi Meriläinen (Kuusamon lukio) mit der Leiterin der Georg-August-Zinn-Schule Reichelsheim, Kirsten Gebhard-Albrecht (rechts) zusammen mit der Leiterin der Toranki – Mittelschule in Kuusamo Foto: Patrick Eckert.

Initiator ist Erich Krichbaum, Mitbegründer der DFG Hessen

Den Kontakt zwischen den beiden Schulen in Deutschland und Finnland gibt es nun schon seit einigen Jahren. Die ursprünglichen Kontakte kamen durch Erich Krichbaum von der Deutsch-Finnischen Gesellschaft zustande. Vor zwei Jahren wurde ein Schulpartnerschaftsvertrag unterschrieben und für das aktuelle Jahr wurde ein gemeinsames Erasmus+ Projekt ins Leben gerufen und beim Pädagogischen Austauschdienst, der nationalen Agentur für europäische Schulprojekte, beantragt.

Das Projekt wurde bewilligt und mit Hilfe europäischer Fördermittel ist es nun möglich, dass sich Lehrer*innen beider Länder austauschen, hospitieren und voneinander lernen.

Praktikum in Finnland

(Kaleva.fi) Kuusamen lukio

Das Projekt knüpft inhaltlich an ein Auslandspraktikum der E-Phase der Georg-August-Zinn-Schule an. Dort können Schüler*innen ihr Pflichtpraktikum der Oberstufe auch im Ausland absolvieren. Partnerschaften in Betriebe und Schulen führen die Schüler*innen unter anderem nach Malta, Frankreich, Ungarn, Polen, Italien oder auch nach Finnland an das dortige Oberstufengymnasium um den Lehrberuf und das Schulsystem kennen zu lernen.

Ausgestattet mit Leitfragen analysieren die Schülerpraktikanten Schule, Beruf und schulisches Umfeld um es im Anschluss in ihr e-Portfolio einzuarbeiten, was ein Leben lang genutzt, verändert und erweitert werden kann. Für einige Schüler*innen beginnt der Profilprozess mit dem Praktikum in Kuusamo.

Die diesjährigen Schülerinnen aus Kuusamo mit ihren deutschen Gastgeberinnen beim Besuch auf der Burg Breuberg zusammen mit Erich Krichbaum (DFG) und Patrick Eckert (GAZ-Schule Reichelsheim)Â Foto:Patrick Eckert.

Wie kann das Praktikum optimiert werden?

Um nun zu überprüfen wie das deutsch-finnische Praktikum noch weiter optimiert werden kann, hinterfragen die beteiligten Lehrer*innen der GAZ Schule und des kuusamon lukio wie man ein solches internationales Projekt individuell evaluiert. Aus diesem Grund wird nun ein Qualitätsmanagementsystem für das Praktikum erarbeitet. Im April 2019 findet hierzu am Lukio in Kuusamo eine Fortbildung für die deutschen Lehrkräfte gemeinsam mit den finnischen Partnern statt. Eine internationale Fortbildung von der sowohl deutsche als auch finnische Schüler*innen und Lehrer*innen in Zukunft profitieren.

Beim Arbeitstreffen von Schulleiterin Kirsten Gebhard-Albrecht und Projektkoordinator Patrick Eckert bemerkten die beiden deutschen Gäste in Zusammenarbeit mit dem Schulleiter in Kuusamo, Tomi Meriläinen und dem dortigen Koordinator für Auslandsprojekte, Mika Riihiaho, dass sich einerseits die Systeme beider Schulen sehr ähneln, dass es aber andererseits große Unterschiede, z. B. in der praktischen Durchführung und im Hinblick auf die genutzten Instrumente gibt. In dieser Hinsicht lernen die Lehrer beider Länder voneinander und die deutschen Gäste nahmen neben der eigentlichen Arbeit am gemeinsamen Projekt viele Anregungen mit zurück nach Deutschland. An dieser Stelle Kiitos – ein herzliches Dankeschön nach Finnland für die Zusammenarbeit.

Parallel zum Erasmus+ Besuch der Lehrerinnen und Lehrer werden im April auch wieder Schülerinnen und Schüler der GAZ nach Kuusamo fliegen, um dort das Auslandspraktikum zu absolvieren. Näkemiin! – Auf Wiedersehen in Finnland.

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