Die finnische Sauna

Die Sauna ist ein wichtiger Bestandteil im Alltagsleben der Finnen. Sie hat eine lange Tradition und manche nutzen sie sogar täglich für ihr Wohlbefinden.

(FOTO: G.Bernhardt) Eine Saunahütte, die direkt an einem See liegt ist der Traum vieler Finnen und Deutschen!

Die Sauna gehört zu Finnland wie die (hundert-)tausend Seen und Birkenwälder. Es gibt sie so gut wie in jedem Haus, egal ob im Eigenheim, Wohnblock oder im geliebten Sommerhaus. In der Sauna wurden Kinder geboren, Verträge geschlossen oder einfach nur den eigenen Gedanken nachgegangen. Sauna ist für jede Altersklasse geeignet, sofern man nicht krank ist. Selbst ganz kleine Kinder werden mit in die Sauna genommen, sie sitzen dann oft in einer Wanne mit lauwarmem Wasser. Ein altes finnisches Sprichwort sagt: „Wenn Branntwein, Teer und Sauna nicht helfen, führt die Krankheit zum Tode“. Da war – zumindest früher – etwas Wahres daran, denn die heißen Temperaturen töten Keime und machen den Raum zu einem hygienisch sauberen Ort. Ein MUSS ist für jeden Finnen die juhannus- und die joulusauna – die Mittsommer- und Weihnachtssauna.

(FOTO: G. Bernhardt) Saunahütte am Ufer eines finnischen Sees. Hier kann man beim Schwitzen in der Sauna den Blick über den See genießen und sich auf die Abkühlung nach dem Saunabad freuen!

Woher kommt die Sauna?

Obwohl jeder die Sauna mit Finnland verbindet, kommt die eigentliche „Schwitzstube“, wie wir sie heute kennen, aus dem Norden Ostasiens. Hier schwitzten schon vor über 1500 Jahren die Bauern in einem Raum mit heißer Luft. Auch für die alten Griechen war das Dampfbad ein Ort der Geselligkeit, an dem sich Politiker und Persönlichkeiten zum Austausch und zur Zerstreuung trafen. Selbst die alten Römer hatten schon eine Form der Sauna: Das Laconicum, ein Raum mit einem Kohlebecken in der Mitte, in dem trockenheiße Luft erzeugt wurde. Oft waren dies auch pompöse Bauten, die zur Machtdemonstration dienten. Die Römer entwickelten ein ausgeklügeltes Röhrensystem zur Weiterleitung der Wärme an bestimmte Stellen, wo sich dann die Bevölkerung zum Waschen und Reinigen traf.

Im Mittelalter wurde die Sauna fast überall verboten, da die Reinigung des Körpers als Eitelkeit und damit als Sünde angesehen war, außerdem war die Nacktheit der Badenden nicht erwünscht.

Nur die Finnen ließen sich nicht beirren und behielten ihre Sauna bei. Wahrscheinlich brachten Nomaden aus Asien die Sauna in den Norden Europas, wo sie als heutige Finnen sesshaft wurden. Die Benutzung der Sauna ist für die Finnen genauso selbstverständlich wie die Dusche.

Die Sauna ist heilig

Sei in der Sauna so wie in der Kirche – dieses alte Sprichwort trifft auch heute noch zu. Genau wie in der Kirche soll man sich in der Sauna anständig betragen, nicht fluchen, lärmen und schreien. Dass man in der Sauna nackt ist, hat für die Finnen nichts Unmoralisches. Es ist einfach viel praktischer und bequemer, ohne Badebekleidung zu schwitzen. Außerdem geht man in Finnland nach Geschlechtern getrennt in die Sauna. Nur innerhalb der Familie oder heute bei der jüngeren Generation auch bei ganz guten Freunden gehen Männlein und Weiblein gemeinsam zum Schwitzen.

—> Ab in die Sauna! (Schöner Beitrag zur finnischen Sauna auf arte Karambolage)

Was bewirkt die Sauna?

Ein gesunder Körper versucht, die Körpertemperatur konstant zu halten, ist es zu kalt, beginnt man zu frieren, ist es zu warm, setzt das Schwitzen ein. In einer heißen Sauna nimmt der Körper Wärme auf und die Körpertemperatur erhöht sich um einige Grad. Der Anstieg der Hauttemperatur nimmt allmählich ab und der Körper beginnt die Hitze abzuwehren indem er anfängt zu schwitzen. Dadurch wird die überschüssige Wärme aus dem Körper abgeleitet und die Verdunstung auf der Haut bewirkt einen Wärmeverlust. Durch die Hitze dehnen sich die Hautgefäße aus, das Blut beginnt schneller zu fließen und das Herz schlägt schneller. Man hat festgestellt, dass das Herz in der Sauna 9 bis 10 Liter Blut pro Minute pumpt, ohne Sauna sind es zwischen 4 und 6 Litern. Körperliche Spannungen werden gelöst und müde Muskeln entkrampft. Dies beeinflusst das Nervensystem günstig. Stress wird beseitigt, die äußere Säuberung löst gleichzeitig ein Gefühl der inneren Reinigung aus und fördert die seelische Gesundheit. Die Temperatur ist unter der Decke am heißesten. Somit ist beim Sitzen der Kopf der größten Hitze ausgesetzt. Wer dies nicht so gut verträgt, kann sich hinlegen und die Beine hochlagern. Es gibt auch Saunahüte aus Filz, die den Kopf schützen oder – besonders für Frauen – die Saunamützen, die den Kopf und vor allem die Haare schützen sollen.

Saunamütze für Frauen, um die Haare zu schützen
(FOTO: G. Bernhardt) Die Saunamütze wird über die Haare gestülpt, am langen Ende mehrmals gedreht, bis sie fest sitzt und dann nach oben in Gummischlaufen festgesteckt. Besonders Frauen schätzen diese Kopfbedeckung, um ihre Haare zu schützen oder während des Saunagangs eine Haarpflege einwirken zu lassen.

Wo findet man eine Sauna?

Am schönsten ist es sicherlich, eine Sauna an einem See zu haben. Meistens gibt es hier Holzöfen, die eine angenehme Hitze verbreiten. Perfekt ist es, wenn man zur Abkühlung in einen nahen See oder Fluss springen kann. In den städtischen Mehrfamilienhäusern gehört die Sauna entweder zum Badezimmer oder man findet die Sauna als Gemeinschaftsanlage im Keller untergebracht. Dann bekommt jede Familie eine bestimmte Zeit zugeteilt, an der sie die Sauna nutzen kann. Selbst Studentenwohnheime oder Behörden sind mit einer Sauna ausgestattet und werden auch fleißig genutzt. Es ist eine Ehre, wenn man in einer finnischen Familie zum Saunabaden gebeten wird und man sollte dies auch annehmen. Selbst Geschäftsleute und Politiker werden in Finnland in die Sauna eingeladen. Dadurch, dass dort in der heißen Kabine alle schwitzen und nackt – also „alle gleich sind“, gibt es viel weniger Aggressionen und man ist eher kompromissbereit.

(FOTO: G. Bernhardt) Nach dem Saunagang die Abkühlung in einem finnischen See – was gibt es Schöneres?

Im Sportpark Ylläs an der schwedisch-finnischen Grenze gibt es sogar eine Gondel, die zur Sauna umgebaut wurde! Hier können bis zur 4 Personen Platz nehmen und während der 20-minütigen Fahrt vom 430 m hohen Yllästunturi hinunter ins Tal nicht nur richtig schwitzen sondern auch eine fantastische Aussicht genießen. Los geht die Fahrt am Café “Gondola”, wo man sich zwischen den Saunafahrten im Whirlpool oder Kaminzimmer entspannen und vielleicht ein erstes Bier trinken kann. Dies ist übrigens die höchstgelegene Sauna Finnlands.

(FOTO: G. Bernhardt) Der Saunakilt ist aus einem robusten Baumwollstoff und kann gut Feuchtigkeit aufnehmen. Es gibt ihn mit Klettverschluss oder Knöpfen. Bei Männern hat er Rocklänge, für Frauen ist er etwas länger

Welche Saunatypen gibt es?

Am ursprünglichsten ist eine durch und durch aus unbehandeltem Holz erbaute Sauna. Farbe würde bei Hitze riechen und außerdem das Trocknen der Wände und Bänke behindern. Die Bänke werden aus Birken- oder Espenholz hergestellt, das möglichst astarm sein sollte. Espenholz hat den Vorteil, dass es poröser ist und sich deshalb nicht so heiß anfühlt. Neben dem Ofen benötigt man ansonsten nur noch einen Holzeimer und eine Schöpfkelle für den Aufguss. Dann kann es losgehen!

Mit Holz geheizter Saunaofen
(FOTO: G. Bernhardt) Ein mit Holz beheizter Saunaofen

Saunaöfen
Der Saunaofen (finnisch: kiuas) ist das Herzstück der Sauna, durch ihn werden die Luft des Raumes, die Wände und Ofensteine auf Temperaturen zwischen 70 und 110°C aufgeheizt. Ohne Aufguss bleibt die Luft trocken-heiß, mit einem Aufguss verwandelt sie sich in ein heißes Dampfbad. Durch die Hitze verdampft die feuchte Luft wieder und die Luft wird wieder trockener. Wichtig ist eine gute Luftzirkulation. Durch eine Öffnung im Fußbereich strömt frische Luft in den Raum, die Luft wird erwärmt, steigt nach oben und gelangt durch weitere Öffnungen oder Ritzen nach draußen.

Es gibt zwei Arten von Öfen: die Wärmespeicheröfen und die Nachlegeöfen. Der Wärmespeicherofen wird mit Holz vor dem Saunagang vollständig aufgeheizt. Feuer und Rauch ziehen durch die darüber liegenden Steine und verrußen diese. Auch bei der Rauchsauna wird dieses System angewandt. Der Ofen hat allerdings kein Ofenrohr, so dass der Rauch durch die Steine und an den Wänden entlang durch eine Öffnung hinausgeleitet wird.

Nachlegeöfen werden vor und während des Saunabetriebs geheizt. Eine Stahlplatte trennt die Steine von der Feuerstelle. Der Rauch wird durch vorhandene Kanäle in den Abzug geleitet. Dieses System findet man in vielen mit Holz geheizten Saunas.

elektrisch geheizter Saunaofen mit Ofensteinen
(FOTO: G. Bernhardt) Ein Saunaofen, der elektrisch beheizt wird, die Ofensteine liegen in einer Schale

Diese Saunaarten gibt es

Rauchsauna:

Die Rauchsauna „Savusauna” ist die älteste Form der Sauna. Der Ofen steht mitten im Raum und es gibt keinen Schornstein. Der Rauch zieht an den Wänden entlang und entweicht durch eine kleine Öffnung nach draußen. Das Holz kann davon mit der Zeit richtig dunkel werden

Holzsauna:

Die Holzsauna ist sicher die beliebteste Art zu heizen, wenn man ein Sommerhaus besitzt. Zum Heizen werden meistens Birkenscheite verwendet, denn Birken gibt es viele in Finnland. Das Knistern und Lodern der Flammen verbreitet eine wohlige Athmosphäre.

Elektrosauna:

Diese ist am praktischsten, braucht man doch nur einen Knopf zu drücken und schon heizt die Sauna sich auf. Man findet sie meist in Saunen, die innen in Wohngebäuden liegen.

Ofensteine

Ein wichtiges Element des Ofens sind die Steine, sie sind verantwortlich für die Temperatur und Qualität des Saunabades oder – wie die Finnen sagen – für den Löyly-Geschmack. Die am meisten verwendete Steinart ist der Peridotit, der die Granitart Olivin enthält. Dieses Peridotit ist sehr widerstandsfähig gegenüber extremen Temperaturschwankungen, wie sie in der Sauna vorkommen. Er hat eine hohe Wärmespeicherkapazität und hält dadurch die Temperatur während des Aufgusses recht konstan

Wie geht denn das nun mit dem „richtigen“ Saunieren?

—> Lied über die finnische Sauna: Löylyä lissää (Tapio Rautavaara)

Die Regeln in der finnischen Sauna sind schnell erklärt: es gibt praktisch keine Regeln und es gibt kein „richtig“ oder „falsch“. Jeder nutzt die Sauna so, wie es ihm am besten gefällt und man sich wohlfühlt. Die Sauna besteht meistens aus einem Vorraum zum Umkleiden und der eigentlichen Schwitzstube. Diese betritt man nackt und setzt sich der Hygiene wegen auf ein – oftmals ziemlich kleines – Stück Papier (befletti auf finnisch). Heute wird natürlich auch oft ein Handtuch genommen. In der Sauna streiten und schreien ist verpönt, aber man darf sich unterhalten. 

Nach dem Saunagang ist die Abkühlung wichtig, damit sich die geweiteten Venen zusammenziehen und der Kreislauf wieder in Schwung kommt. Eine kalte Dusche tut es für die Abkühlung natürlich, aber viel schöner ist es, wenn man aus dem heißen Kabine direkt in einen See springen kann. Die ganz Hartgesottenen schrecken auch nicht davor zurück, im Winter zur Abkühlung in einem Eisloch unterzutauchen.

Das Schwitzen und Abkühlen kann man so oft wiederholen, wie man es möchte und man sich wohlfühlt.

(FOTO: G. Bernhardt) Holzbottich mit Wasser für den Aufguss

Löyly, der “Dampf des Lebens”

Das Wort löyly bedeutete ursprünglich Geist. Das Gießen von Wasser auf den Saunaofen war eine Art Opferhandlung und sollte die Geister beschwichtigen, die angeblich unter den Holzpritschen wohnten. Deshalb durfte in der Sauna auch nicht gestritten und geschrien werden.

Für den Aufguss gibt es ebenfalls keine Regeln, manche mögen es am liebsten relativ „trocken“, für andere können es gar nicht genug Aufgüsse geben. Gießt man Wasser auf die Steine, verwandelt sich dieses mit einem lauten Zischen in Wasserdampf, die Raumtemperatur sinkt, die Luft wird feuchter und die Haut beginnt zu brennen. Hitze steigt nach oben. Die Finnen nehmen größtenteils nur Wasser zum Aufguss. Manche mögen auch Zusätze wie Birkenduft oder Teer. Der Teergeruch erinnert an die ursprüngliche Sauna, als diese mit Rauch und Feuer geheizt wurde. Teer-Aufguss (finnisch: Terva) wird aus Torfteer und Birkenteer gewonnen. Man gewinnt die Flüssigkeit die bei ca. 200°C zu Beginn des Verkokens der Fichte austritt. Es gibt sogar Shampoos aus Teer! Es trifft allerdings nicht jedermanns Geschmack, wenn die Haare anschließend leicht nach Teer riechen! 

(FOTO: G. Bernhardt) Wer gerne einen Aufguss mit Aroma möchte, kann das Wasser mit einem Eukalyptusduft verfeinern oder das traditionelle “Terva” um eine rauchige Note zu erzeugen.

Vihta oder Vasta

Die einen brauchen ihn überhaupt nicht, für die anderen ist er ein absolutes MUSS, der Vihta, wie er in Westfinnland genannt wird oder der ostfinnische Vasta.

frische Vasta-Quaste
(FOTO: G. Bernhardt) Um die Mittsommerzeit werden die Vastas aus frischen Birkenzweigen gebunden.

Dies ist ein Quast, der aus frischen Birkenzweigen zu einem Strauß zusammengebunden wird. Meist bindet man die Zweige um Mittsommer für den ganzen Winter. Die Sträuße werden dann zum Trocknen aufgehängt und manchmal auch gesalzen. So hat man immer einen Vorrat an Birke für den Saunagang.  Einen getrockneten Vihta muss man vor der Benutzung ca. 20 Minuten in Wasser einweichen. Oder man friert die Sträuße mit Plastikfolie umwickelt ein! Will man sie benutzen, taut man den Vihta in einem Eimer mit warmem Wasser auf und legt die Zweige anschließend noch kurz auf den Saunaofen, damit auch wirklich alles getaut ist. Anschließend „schlägt“ man sich damit auf die Haut. Es breitet sich ein angenehmer Birkenduft in der Sauna aus und die Haut wird durch das Schlagen besser durchblutet. Es ist ein unbeschreibliches Gefühl, wenn mitten im Winter der Raum nach Birke riecht. Die Zweige können übrigens ganz umweltfreundllich mehrmals benutzt werden. Dazu spült man sie mit klarem Wasser ab und hängt sie wieder zum Trocknen auf. Hier wird das Benutzen der gefrorenen Zweige noch einmal erklärt:

—> Finnland und die Sauna: Vihta/Vasta

Sauna, Alkohol und Wurst

Alkohol verträgt sich nicht mit der Sauna, zumindest, wenn man zu viel davon trinkt und nicht mehr merkt, ob es dem eigenen Körper noch gut geht. Außerdem ist der Körper mit den Anstrengungen des Schwitzens beschäftigt und Alkoholkonsum strengt zusätzlich an. Trotzdem gehört das eine oder andere Saunabierchen für viele zum Sauna-Ritual dazu. Spätestens nach dem Ende des Saunierens gönnt man sich eine Flasche Lapin Kulta oder auch einen Saft oder Kaffee, um den Durst zu löschen.

Lapin Kulta, das finnische Bier
(FOTO: G. Bernhardt) Nach der Sauna wartet im Winter ein eisgekühltes Lapin Kulta auf den Saunagänger.

Auch hungrig macht die Sauna! In Finnland gibt es oft Salziges, wie Hering oder gesalzenen Fisch, um die mit dem Schweiß verlorenen Körpersalze wieder aufzufüllen. Weitverbreitet ist auch die Saunamakkara, eine Fleischwurst, die an den Enden eingeschnitten und dann gebraten wird. In Finnland steht man als Deutscher im Supermarkt staunend vor ganzen Regalen mit Fleischwurst, die – je nach Größe der Familie oder der Saunagemeinschaft – in große oder noch größere Portionen eingeschweißt sind. Mittlerweile gibt es auch die eine oder andere Sorte, die ganz gut schmeckt! Die Saunamakkara heißt aber nicht so, weil sie NACH der Sauna gegessen wird, sondern weil sie IN der Sauna zubereitet wird! Dazu wickelt man sie in Alufolie ein und legt die Wurst dann auf den Saunaofen, alternativ kann man sie auch über dem Ofen aufhängen.  In der Sauna riecht es dann schon während des Saunierens verführerisch nach Wurst, man sollte dann aber auf den Teeraufguss verzichten und nur Wasser für den löyly benutzen.

Unterschiede zur deutschen Sauna

—> Ursprungsland der Sauna (arte Karambolage)

Private Saunen sind in Deutschland größtenteils mit Elektroöfen ausgestattet. Hier kann natürlich jede Familie ihren eigenen Schwitzgewohnheiten nachgehen Die öffentlichen Saunen befinden sich vorwiegend in Schwimmbädern oder Spas der größeren Hotels. Meistens sind es gemischte Saunagänge, manchmal werden auch Saunastunden nur für Frauen angeboten. Typisch deutsch sind sogenannte „Saunameister“, diese zelebrieren in festgelegten Abständen und nach bestimmten Regeln den Aufguss. Viele Finnen schütteln den Kopf, wenn sie hören, dass es in Deutschland Aufgüsse mit Schokolade oder Schnaps gibt! In Finnland ist jeder in der Lage, die Kelle zu nehmen und etwas Wasser auf den Ofen zu gießen! In der finnischen Sauna wird man auch keine Sanduhr finden, die dem Saunabadenden exakt 15 Minuten zum Schitzen „vorgibt“, so wie es in vielen deutschen Saunen ist. Viele Menschen gehen hier exakt 3 mal in die Sauna, in Finnland geht man so lange und so oft man will.

Saunaweltmeister

Von 1999 bis 2010 wurde allhährlich im südfinnischen Heinola eine Saunaweltmeisterschaft (saunomisen maailmanmestaruuskilpailut) ausgetragen. Zu den Regeln gehörten das aufrechte Sitzen, die Ellenbogen mussten oberhalb der Knie und die Oberarme vertikal gehalten werden.
Andere Teilnehmer durften nicht gestört werden. Zu Beginn des Wettbewerbs betrug die Temperatur in der Sauna 110°C. Alle 30 Sekunden goß man einen halben Liter Wasser auf den Ofen. Sieger wurde, wer als letzter ohne fremde Hilfe die Sauna verlassen konnte.
Als bei der Weltmeisterschaft 2010 zwei Teilnehmer zusammenbrachen und einer von ihnen starb, beschloss man zukünftig auf das Austragen des Wettbewerbs zu verzichten.
Timo Kaukkonen und Leo Pusa wurden jeweils viermal Weltmeister.

—> Hier gibt es einen Bericht über Leo Pusa und seine Sauna-Gewohnheiten!

Übrigens: Wer glaubt, dass er in der Sauna durch das Schwitzen gut abnehmen kann, der irrt sich! Man verliert zwar Flüssigkeit durch den Schweißverlust, diese wird aber durch das spätere Trinken wieder vollständig aufgefüllt.

Und zum Schluss noch etwas Lustiges! 

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