Arto Paasilinna gestorben

Arto Paasilinna
(hbl.fi) Arto Paasilinna

Seine skurilen, aber auch humorvollen Werke werden fehlen: der finnische Schrifsteller Arto Paasilinna ist tot. Er starb am Montag, dem 15. Oktober 2018 im Alter von 76 Jahren in einem Pflegeheim in Espoo.

Seine Bücher trafen sicher nicht jedermanns Geschmack. Aber seine eigenwilligen, mit seinem sehr speziellen Humor gespickten Bücher hatten trotzdem – oder gerade deswegen – eine große Anhängerschaft. Für seine tragikomischen Geschichten liebten ihn seine Fans. Oft wurde er als “Meister des skurilen Humors” bezeichnet.

Arto Paasilinna wurde am 20. April 1942 in Kittilä, im finnischen Lappland, geboren. Er hatte 2 ältere Brüder: Erno, ebenfalls Schriftsteller, starb bereits im Jahr 2000 im Alter von 65 Jahren. Bruder Reino ist Politiker und als Abgeordneter im Europaparlament tätig. Schwester Sirpa gehört ebenfalls zur Familie.  Arto Paasilinna war verheiratet und Vater zweier Söhne, Jyrkki Petteri und Janne. Mit 8 Millionen verkaufter Bücher war er  einer der erfolgreichsten Schriftsteller Finnlands.

Paasilinna beginnt zu schreiben

Paasilinnas Bücher
Einige der Bücher, die Arto Paasilinna geschrieben hat

Sein beruflicher Werdegang begann mit einer Ausbildung bei einer Zeitung. Anschließend arbeitete er bei diversen Zeitungen als Redakteur. Nebenbei begann er Bücher zu schreiben. Sein erster Roman erschien 1972 unter dem Titel Operaatio Finlandia, gefolgt von Paratiisisaaren vangit (Vorstandsitzung im Paradies). Die ersten Bücher wurden allerdings zunächst wenig beachtet. Dies änderte sich erst, als seine Bücher im Ausland erschienen. Zunächt wurden sie ins Französische übersetzt, danach erschienen sie auch in Italien und Deutschland. Plötzlich war man begeistert von seinem schwarzen Humor und seiner einfachen aber aussagekräftigen Sprache. Paasilinna verstand es, sensiblen, ernsten Themen wie dem Selbstmord oder den Beschwerden des alternden Menschen ein unterhaltsames Gesicht zu geben. “Ich nehme meine verrückten Ideen direkt aus dem Leben” sagte er einmal in einem Interview. Seine Popularität nahm zu und einige seiner Bücher wurden in 35 Sprachen übersetzt. Viele Bücher sind auch auf deutsch erhältlich. Im Jahr 2000 gab Aarto Paasilinna ein Interview für die Deutsch-Finnische Rundschau: Ich schreibe über ernste Themen

Das Jahr des Hasen

Am bekanntesten und bisher erfolgreichsten  ist sein Buch Jäniksen vuosi (Das Jahr des Hasen), das bereits 1975 erschien. Hurmaava joukkoitsemurha (Der wunderbare Massenselbstmord) und Herranen aika (Im Jenseits ist die Hölle los) sind ebenfalls sehr erfolgreiche Werke von Paasilinna. Nicht zu vergessen Elämä lyhyt, Rytkönen pitkä (Der Sommer der lachenden Kühe), in dem es um einen älteren Mann geht, der noch seinen Namen weiß, aber sonst nichts. Ein Taxifahrer gabelt ihn auf und auf seine Frage, wo er hinfahren soll, kommt die Antwort: “Einfach vorwärts”. Man taucht ein in das ernste Thema über ein Leben mit Demenz, aber die unterhaltsamen, lustigen Dialoge nehmen dieser Krankheit ihren Schrecken. Paasilinna beschreibt in seinem Buch sehr treffend, dass man auch mit Demenz  Spaß am Leben haben kann.

Jahrelang erschien jeden Herbst ein neues Buch von Paasilinna, es gehörte in Finnland zum Herbst wie die fallenden Birkenblätter. Seine Titel waren oft lustig  wie Schutzengel mit ohne Flügel oder Ein Elefant im Mückenland.  Mit der Verleihung internationaler Preise wurde seine Arbeit gewürdigt. Viele seiner Bücher erschienen auch als Hörbücher, wurden  verfilmt oder kamen als Theaterstücke auf die Bühne. So wurde 2011 am Münchner Metropoltheater “Der wundersame Massenselbstmord” uraufgeführt.

Paasilinna war nicht nur Journalist und Schriftstellter. Er reiste auch sehr gerne, nach seiner Aussage mindestens einmal um die Welt! Und er liebte es,  zu bauen. Er brachte es auf insgesamt 10 Häuser!  Außerdem “sammelte” er Saunas, von denen er  sieben besaß.

Seine skuril-verrückte Art zu schreiben wird die Literaturwelt vermissen.

Kostproben aus Paasilinnas Hörbüchern und einem Theaterstück:

 

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