Pyhä-Häkki

© Gundi Bernhardt

Als wir den Pyhä-Häkki-Nationalpark besuchten, waren wir überrascht. Am großen Eingangstor stand ein Mann  und obwohl ich wartete, um ein Foto ohne ihn zu machen, ging er nicht weg. So musste er schließlich mit auf das Bild. Doch dann stellte sich schnell heraus: Der Mann wartete auf uns! Er war einer der Ranger, die für den Nationalpark zuständig sind und er wollte uns gern erklären, was uns in diesem Park erwartet. Da wir mit finnischen Freunden unterwegs waren, sprach er zunächst finnisch. Als er aber hörte, dass  Deutsche dabei sind, „kramte“ er in seinem Gedächtnis und meinte, er hole dann mal die deutsche Sprache hervor! So erhielten wir mitten im finnischen Wald eine Einführung in den Nationalpark in unserer Heimatsprache.

© Gundi Bernhardt: Einführungsgespräch mit dem Nationalparkwächter

Der Pyhä-Häkki Nationalpark liegt in der Gemeinde Saarijärvi in Mittelfinnland und erstreckt sich über eine Fläche von 12 Quadratkilometern. Das Gebiet wurde 1956 zum Nationalpark erklärt. Ein großer Teil des Parks besteht aus Mooren, aber er gibt ebenso große Waldgebiete. Besonders interessant ist, dass hier einige der letzten Urwälder Finnlands zu finden sind, in denen hauptsächlich Kiefern und Fichten wachsen. Der älteste, größte Baum des Parks (iso puu), eine 500 Jahre alte Kiefer, wurde im Jahr 2004 für tot erklärt. Sie war 26 m hoch und hatte einen Stammdurchmesser von 89 cm.  Aber es gibt bereits einen neuen „großen“ Baum, den uusi iso puu. Dessen Geburtsjahr wird mit 1641 angegeben. Damit ist er  zwar über 100 Jahre jünger als sein Vorgänger, aber mit 24,5 m schon fast genauso groß.

Im Park findet man die am  besten erhaltenden Wälder Finnlands. Ein großer Teil sind Kiefern, die durchschnittlich 250 Jahre alt sind. Der Park ist ideal zum Wandern. Es gibt 30 km Wanderwege und 4 Rundwanderwege zwischen 2 und 17 km.

© Gundi Bernhardt

Da sich in viele Gebieten des Nationalparks Sümpfe und Moore befinden, hat man hier jede Menge Holzstege verlegt. So hat der Wanderer keine Mühe und kann trockenen Fußes die Gegend erkunden. Wenn man Glück hat, findet man im Sommer hier auch Lakkabeeren. Aber man sollte sich gut überlegen, wo man hintritt, um nicht irgendwo im Morast einzusinken.

 

© Gundi Bernhardt

 

© Gundi Bernhardt

Eine schöne Raststelle mit Kochhütte befindet sich am Kotajärvi. Hier gibt es nicht nur einen Ofen, sondern auch Kopftöpfe. Kaffee/Tee kochen oder sich mittags eine Suppe aufwärmen ist kein Problem. Natürlich versteht es sich von selbst, dass man alle benutzten Gegenstände suaber und ordentlich für die nachkommenden Wanderer hinterlässt. Auch das verbrauchte Holz wird wieder aufgefüllt. Über ein paar Bohlen, die über dem sumpfigen Gelände ausgelegt sind, erreicht man den Steg. Wer will, kann hier auch ein erfrischendes Bad nehmen! Wenn man den knapp 7 km langen Kotajärvi-Trail durchwandert, kommt man sowohl an den beiden „großen“ Bäumen, als auch an dem Rastplatz vorbei.

© Gundi Bernhardt

 

Die offizielle Seite des Nationalparks finden Sie hier 

https://julkaisut.metsa.fi/assets/pdf/lp/Esitteet/pyhahakkieng.pdf

Wer will, kann ganz bequem vom Sofa aus den Park durchwandern. Dazu muss man sich nur das folgende Video anschauen!!