Natur: Wandern und genießen

© Bernhardt: Nationalpark Linnansaari

NATIONALPARKS

Wälder und Seen sind in Finnland überall zu finden und laden  zu Unternehmungen in der Natur ein. Oft kann man stundenlang durch die Wälder streifen, ohne einem Menschen zu begegnen. In allen Regionen sind Nationalparks zu finden. Mit insgesamt über 10.000 Quadratkilometern nehmen sie  zirka 3% der Landesfläche ein. Jeder Park ist öffentlich zugänglich und mindestens 1000 Hektar groß. Auf den Landkarten des Metsähallitus kann man sich vorab einen genauen Überblick über Lage und Größe der Nationalparks verschaffen. Einfach den Parknamen eingeben und die Karte vergrößern.

Hossa! So heißt der 40. Nationalpark Finnlands, der 2017 pünktlich zum 100. Jahrestag seine Pforten öffnete. Hier kann man auf den Seen Kanu fahren und Fischen, auf den neu markierten Wanderwegen laufen, die Natur genießen  sowie in Hütten oder auf Zeltplätzen übernachten. Auch das Besucherzentrum wurde modernisiert und  eine Hängebrücke über den Julma-Ölkky-See gebaut.

Natürlich lädt nicht nur der neue Nationalpark zu einem Besuch ein, auch die übrigen, über das ganze Land verteilten Parks sind sehenswert. Vom Schärengebiet im Südwesten über  Paijänne in Mittelfinnland sowie das bekannte Gebiet rund um den Koli-„Berg“ im Osten und weiter bis zum Urho-Kekkonen Nationalpark im Norden verteilen sich die 40 Nationalparks über das ganze Land. Jeder hat sein ganz eigenes Flair, urwüchsige Landschaft, stille Seen, Kiefernwälder, Moore, Wildblumen, mit Flechten übersäte Felsen… Natürlich leben auch Tiere in den Parks und zumindest im Sommer lässt sich der Kontakt mit der einen oder anderen Mücke auch nicht ganz vermeiden. Aber mit der richtigen Kleidung und diversen Sprays ist auch dies (meistens) kein großes Problem mehr! Viele der Nationalparks haben auch ein Besucherzentrum, in dem man sich über den jeweiligen Park informieren kann, Karten zum Wandern oder Radfahren kaufen oder sich bei einem der Naturführer über die Besonderheiten des Nationalparks erkundigen und den einen oder anderen Tipp für einen ereignisreichen Aufenthalt erhalten kann.

Zu den bekanntesten Nationalparks zählen im Norden der Pallas-Yllästunturi und der Pyhä-LuostoPark.

Sehenswert sind auch der Pyhä-Häkki und der Seitseminen Nationalpark in Mittelfinnland. Auf einer Insel im Saimaa-Seengebiet in der Nähe von Rantasalmi (nördlich von Savonlinna) befindet sich der Linnansaari Nationalpark. Hier gibt es Wanderwege von 2;  5,5 und 7 km Länge. Wandern kann man in den meisten Nationalparks auf gut ausgeschilderten Rund- und Fernwegen. Auf den Langstrecken laden Feuerstellen und Hütten bzw. Unterstände zum Verweilen und Übernachten ein.

© G.Bernhardt

WANDERWEGE / TRAILS

Die bekanntesten Routen sind sicher der Kleine (12 km) und Große Bärenpfad (82 km, Karhunkierros). Die längste Wanderstrecke, der Nordkalottleden Trail, führt in Lappland mit über 800 km auch durch Schweden und Norwegen. In Finnland kann man in Kilpisjärvi auf diesen Wanderweg einsteigen. Der überwiegende Teil der ausgeschilderten Wanderrouten befindet sich im Osten Finnlands. Immer in der Nähe der russischen Grenze hat man die Auswahl zwischen ca. 20 verschiedenen Touren durch Finnlands wunderschöne Natur. In Nordkarelien, bei Ilomantsi, befinden sich der Taitajan und Tapion Taival Trail, die 20 bzw. 30 km lang sind. Wandern auf dem Taitajan Taival Trail ist nur an frostfreien Tagen möglich. Auf diesem ältesten Wanderweg Nordkareliens, der bereits in den 50er Jahren genutzt wurde, hat man herrliche Ausblicke auf die Seen in der Umgebung. Auf dem Tapion Trail läuft man teilweise direkt am Fluss Koitajoki entlang und kann von da aus auch den östlichsten Punkt der EU erwandern. Die Gegend ist einsam und der Wanderweg darf wegen der Nähe zur russischen Grenze nicht verlassen werden. Hier fühlen sich auch Bären und Wölfe wohl, die man – hoffentlich nicht – zu Gesicht bekommen kann!

Ganz oben im Norden Lapplands befindet sich der Sevettijarvi-Pulmankitrail. Hier kann man nicht nur im Sommer von Ende Juni bis Anfang Oktober, also nach der Schneeschmelze, auf dem  60 km langen Trail wandern, sondern auch im Winter auf dem Winterpfad mit Skiern laufen. Ebenso ist dann dort eine Strecke für Schneemobile zu finden.

Ein sehr populärer Wanderweg ist der Hettapallastrail , der sich im Pallas-Yllästunturi-Nationalpark befindet. Dieser 55 km lange Weg existiert bereits seit 1934 und führt über Felsen und Schluchten. Atemberaubende Ausblicke entschädigen für anstrengendes Bergauf-Laufen. Die beste Zeit zum Wandern im Sommer ist in den Monaten Juli bis September. Im Winter gibt es hier ebenfalls Langlaufloipen. Sie liegen zwischen Hetta und Pallas und sind zwischen 53 und 60 km lang.

Auch im Süden Finnlands gibt es mehrere ausgeschilderte Wanderwege, die alle nahe beieinander in der Region Kanta-Häme liegen. Hier findet man beispielsweise den Poronpolkutrail, der teilweise durch das Naturschutzgebiet Komio führt. Den Namen „Rentierpfad“ erhielt der Weg in den 60er Jahren, als man zu Testzwecken 10 Rentiere anlockte und fütterte. In den 70er Jahren endete das Projekt, die Rentiere gingen, aber der Name des Weges blieb. Die 30 km lange Strecke ist in mehrere kleine Abschnitte unterteilt und eignet sich auch für kurze Wanderungen bzw. Tagesausflüge.

Wer nicht laufen will, kann  auch mit einem Boot auf dem Wasser das Abenteuer suchen. Neben dem neuen Hossapark bieten sich hierfür vor allem das Schärengebiet vor Finnlands Küste oder im Norden die Region um den Inarisee an. Hier befindet sich z.B. die „Goldene Route„, die nach den Goldgräbern benannt wurde, die dort entlang des Lemmenjokis nach Schätzen gruben. Die Strecke ist recht lang und erfordert einiges an Kondition. Auch Alternativrouten sind möglich. Als Ausflug für die ganze Familie eignet sich auch eine Bootsfahrt über die Stromschnellen Ruunankoski, an der karelischen Grenze bei Lieksa.

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