Eishotel Lumilinna in Kemi

von Gundi Bernhardt

Das Eishotel in Kemi 2014 &copy Alexandra Bernhardt
Lumilinna Kemi © Alexandra Bernhardt

Mit einem Eisskulptur-Workshop in dem kleinen schwedischen Ort Jukkasjärvi hatte alles begonnen. Ursprünglich als UNICEF-Projekt gestartet, um den Kindern der Welt Schnee und Eis näher zu bringen, und dem dünn besiedelten Raum im Norden Schwedens eine Attraktion zu bieten, entstand im Jahre 1989 das erste Eishotel. Schnell gewann es an Attraktivität und entwickelte sich zu einem touristischen Anziehungspunkt. Der Erfolg sprach sich schnell herum und auch in Finnland fanden sich Nachahmer für die Hotels „auf Zeit“. Eines dieser Kubnstwerke ist Lumilinna in Kemi, das  jeden Winter neu entsteht.

Das Baumaterial ist billig, Wasser ist am Bottnischen Meerbusen ja reichlich vorhanden. Und so erwachen mitten im dunklen Polarwinter die finnischen Künstler und zaubern jedes Jahr aus Schnee und Eis ein gewaltiges Kunstwerk – dieses Jahr bereits zum 22. Mal! An den Wänden kann man alles finden: Elche, Bären, Blumen, Sterne oder auch Abbildungen finnischer Prominenter. Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt und jedes Jahr sieht alles anders aus. In diesem Jahr steht der Bau des Eisschlosses unter dem Motto „Hundert Jahre Finnland“.

Eishotel Kemi © Alexandra Bernhardt

LumiLinna 2017  öffnete vom 21. Januar bis 9. April seine Pforten, nicht nur als Hotel, sondern auch ein Restaurant, eine Bar und eine Kapelle zählen zur eiskalten Attraktion .

Das Restaurant öffnete ab dem 21.1.2017 täglich von 11 bis 14 Uhr und ab 19 Uhr seine Türen. In der Eisbar kann man einen kalten oder warmen Drink aus einem Eisbecher zu sich nehmen und im Restaurant am Eistisch genüsslich speisen, während ringsumher das bunte Licht ein bizarres Farbenspiel an die Wände wirft.  Wenn es draußen -30°C kalt ist, sind die -5°C Innentemperatur fast schon mollig warm! Trotzdem sollte man neben warmen Schuhen Handschuhe und Mütze nicht vergessen.

Lumilinna Kemi, die Bar © Alexandra Bernhardt

Das Eishotel heißt ebenfalls seine Gäste willkommen. Bis in den April hinein konnte man in einem der 18 Zimmer logieren. Natürlich ist auch das Bett aus Eis, aber eine richtige Matratze mit Fell und ein warmer Schlafsack sorgen für mollige Wärme und angenehme Träume!  Für Hochzeitsreisende gibt es sogar eine Honeymoon-Suite. Keine Angst: Frühstücken und Duschen darf man im warmen Hotel nebenan!

Und wer will, kann  die Kapelle auch zum Heiraten nutzen! 60 Gäste können teilnehmen an diesem sicher unvergesslichen Erlebnis.

Auch für Ausstellungen kann das Schloss auf Zeit genutzt werden. Es ist zugleich ein praktischer Diebstahlschutz, wenn man manch schönes Schmuckstück unter dicken Eisblöcken begutachten kann!

Aber nichts ist für die Ewigkeit und so war am 9. April 2017 wieder alles vorbei. Dann nämlich fiel das eisige Kunstwerk der wärmer werdenden Sonne zum Opfer und verschwand langsam aber sicher, bis es im nächsten Winter 2018 zu neuem Leben erweckt wird.

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